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Ramzy ohne Éric

Die jungen Blogger mit Ramzy Bédia./ Foto: Héloise Faure

Ein Treffen mit dem französischen Humoristen Ramzy Bédia

Als er zu unserem Treffen kommt, zwei Stunden später als geplant, trägt er eine weite Stoffhose und wirkt auch allgemein sehr entspannt. Ramzy Bédia ist Pariser algerischer Herkunft, Schauspieler und Schriftsteller. Er ist auf der Französischen Filmwoche, um “Je suis à vous tout de suite” der Regisseurin Baya Kasmi zu “verteidigen”, wie er es nennt. Obwohl er erst 43 Jahre alt ist, ist er im Film schon Großvater, was er selbst ein bisschen “bizarre” findet. Was noch viel komischer ist: seine gesamte Familie leidet im Film am Nettigkeitssyndrom, Nein zu sagen ist ihnen schlichtweg unmöglich. Ramzy Bédia, dessen gemeinsame Fernsehauftritte mit dem Humoristen Éric Judor in der Sendung “ Éric et Ramzy” ab den Neunzigern seine Karriere in Film und Fernsehen einläuteten, erfreut sich in Frankreich einer großen Bekanntheit, in Deutschland hingegen kennen ihn die Wenigsten. Auch er ist zumindest in Berlin zum ersten Mal, Köln hat er bei einem Dreh bereits gesehen.

In “Je suis à vous toute de suite” spielt er nicht nur den Großvater, sondern ist auch Vater einer lebenslustigen Tochter und eines gläubigen Sohnes, deren Interpretationen des Islams unterschiedlicher nicht sein könnten – auch Ramzy kennt diese innerfamiliären Unterschiede: Allerdings war in seiner Familie er es, der den Glauben recht offen lebte und seine Schwester, die eine recht traditionelle Sichtweise auf den Islam vertrat. Er meint, es sei schwierig, als junger französischer Muslim eine Mischung zwischen seiner Nationalität – der französischen – und seinem Glauben – dem Islam – zu finden. Für ihn persönlich ist der Islam aber “die Religion der Frauen, der Toleranz und des Friedens”. Er persönlich fühlt sich in erster Linie als Franzose und in zweiter Linie als Muslim.

Was Ramzy sehr sympathisch macht, ist sein offenes und humorvolles Auftreten, auch vor Selbstironie scheut er nicht zurück. “Schauspieler zu sein ist ein Hobby, kein Beruf” meint er und dass er sich selber nicht stundenlang auf die Dreharbeiten vorbereite, sondern sich eher darauf konzentriere, so zu spielen, wie es noch nie einer vor ihm getan hat. Am Ende bleibt er noch, um gemeinsam mit uns Fotos auf dem roten Teppich zu machen, obwohl er eigentlich dringend zum Flugzeug müsste. Auf uns hat er, dieser in Deutschland eher unbekannte Humorist mit dem schwarzen Lockenkopf auf jeden Fall einen guten Eindruck hinterlassen.

Ausschnitt aus dem Interview der jungen Blogger mit Ramzy

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