Quelle: Facebook/Heloise Faure

Jetzt erst recht! – Wir feiern Filme auf der 15. Französischen Filmwoche in Berlin

Wie kann man denn nach dem 13. November noch ein Filmfestival des Französischen Films feiern? Hat Frankreich nicht gerade andere Probleme als Kino? Legitime Fragen, aber die Antwort muss lauten: Jetzt erst recht!

Mit den Schießereien in Bars, auf der Straße und in der öffentlichen Konzerthalle sollte die französische Gesellschaft in ihrem Kern getroffen werden – in ihrer Freizeit. Die Attentäter scheinen damit indirekt sagen zu wollen, dass der Spaß nun vorbei ist. Jetzt wird es ernst! Der Angriff des Satire-Magazins „Charlie Hébdo“ war ein Angriff der öffentlichen Meinung, der 13. November ein symbolischer Angriff auf Kultur & Freizeit der Franzosen und Europäer.

Bei der Eröffnung der 15. Französischen Filmwoche mit der Deutschlandpremiere von „Valley Of Love“ (Regie: Guillaume Nicloux) im Kino International in Berlin schwang die Erinnerung an die vergangenen Ereignisse deutlich mit: Sicherheitskontrollen am Roten Teppich, im Hals steckt ein kleiner Kloß, der einen daran erinnert, dass auch in Deutschland erhöhte Sicherheitsstufe herrscht… Aber man spürte auch noch was anderes: Stolz und Trotz.

Ein „Akt des Wiederstandes“ sei das Kino, sagte Emmanuel Suard, Leiter des Institut français in Berlin, bei seiner Eröffnungsrede. Die Stimmung ist, so wird deutlich: Wir lassen uns nach den jüngsten Anschlägen in Paris nicht unterkriegen! Und das ist wichtig. Die Attentate in Paris galten vor allem den jungen Leuten, der „Generation Bataclan“, so titelte zumindest die französische Zeitung „Libération“ – sie galten uns. Die Attentate sind nicht einfach nur ein radikaler Angriff auf das Lebensgefühl, das wir in Europa schätzen. Sie sind ein Angriff auf unsere Freiheit. Und genau deswegen ist es so wichtig, jetzt erst recht Kultur als Manifest unserer Werte zu verstehen.

Französischen Film feiern! - Das ist das Credo der 15. Französischen Filmwoche; Quelle: Facebook/Heloise Faure

Französischen Film feiern! – Das ist das Credo der 15. Französischen Filmwoche; Quelle: Facebook/Heloise Faure

Abgesehen von dem symbolischen Wert von Kino gibt es allerdings noch einen weiteren Punkt, der den französischen Film so wichtig macht. Bei der Eröffnungsrede hieß es nämlich auch: „Filme zeigen, um das Leben zu zeigen!“ Wenn man sich das Programm der 15. Französischen Filmwoche so anschaut, bemerkt man, dass Filme wie „Je suis Charlie“ (Regie: Daniel & Emmanuel Leconte) oder „La France“ (Regie: Serge Bozon) ganz deutlich eine politisch-historische Dimension haben. Kulturgut im Allgemeinen und Film im Besonderen ist eben nicht zu trennen vom Leben – es zeigt das Leben und es wird konkret zu unserem Leben, wenn wir ins Kino gehen. Es wird zu einem Lebensgefühl. Einer neuen Sichtweise. Zu einer Perspektive.

Und das ist gut so. Denn das Schlagwort der „Generation Bataclan“ muss jetzt lauten: Wir kämpfen für eine #BessereZukunft! Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir sind Charlie, wir sind Paris, wir sind Europa, wir sind Kino. Und wir feiern den Film als Symbol für das Leben. Jetzt erst recht!

Share with your friends









Submit