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Jérôme Salle, engagierter Umweltaktivist? Begegnung.

Er bezeichnet seine Filme zugleich als „politisch“ und „populär“ und stellt den Anspruch, mit ihnen das „Umweltbewusstsein zu fördern“. Jérôme Salle, der Regisseur von Jacques, Entdecker der Ozeane empfing uns gestern in seinem Hotel, wo wir uns mit ihm, im Rahmen der Französischen Filmwoche, unterhielten.

Angespannt und mit feuchten Händen sitzen wir in der großen Hotellounge des Sofitel Berlin und wir besprechen ein letztes Mal, wer wann welche Frage stellt. Gleich ist unsere erste Begegnung mit einem „Star“ des französischen Kinos, wir sind alle ein bisschen nervös.

Mit einem großen Lächeln kommt Jérôme Salle auf uns zu: er trägt lockere Turnschuhe mit Jeans und Hemd und sein Gang wirkt lässig. Zur Begrüßung drückt er uns die Hände und heißt uns herzlich willkommen. Er scheint sich auf die Begegnung zu freuen und wir sind schon viel entspannter, als noch wenige Minuten zuvor. Die Diskussion kann beginnen!

 

Nachdem wir uns kurz vorgestellt haben, beginnen wir ihm Fragen zu seinem Film Jacques, Entdecker der Ozeane zu stellen, der zur Eröffnung der Französischen Filmwoche gezeigt wird. Wir wollen wissen, wie es denn überhaupt möglich war an der Antarktis, unter extremen Wetterbedingungen, einen solchen Film zu drehen. Jérôme Salle erzählt uns: mit einem kleinstmöglichen Team und in Betreuung von Ärzten ist er zwei Wochen lang an die Antarktis gefahren, um dort, so wahrheitsgetreu wie möglich, die Expedition von Jacques Cousteau nachzuerzählen. Die Dreharbeiten waren zum Teil sehr hart und er musste Filmtechniken anwenden, die er vorher nicht kannte. Es hätte sich aber mehr als gelohnt, denn die dort entstandenen Bilder würden durch ihre Schönheit das Publikum in Staunen versetzen.

 

Mit Staunen und Bewunderung hat auch das Filmprojekt angefangen. Der Regisseur verrät uns, dass er als kleines Kind ein großer Fan von Jacques Cousteau war und keine Episode seiner Reisen im Fernsehen verpasste. Was er heute an Cousteau besonders bewundert, war seine Vision und sein Engagement für den Umweltschutz. Letzterer sei, neben den grandiosen Naturbildern und den Emotionen, das zentrale Thema seines Films. Wir fragen nach, ob es für ihn nicht widersprüchlich sei, ein derart wichtiges Thema wie den Umweltschutz in einem „Unterhaltungsfilm“ zu behandeln. „Nein, im Gegenteil!“ antwortet er uns entschlossen. „Populäres“ Kino würde seriöse Themen nicht ausschließen, sondern ihnen eher, dank einer großen Reichweite, entgegenkommen. Jeder Film sei also „politisch“.

 

Das dreißigminütige Treffen neigt sich langsam dem Ende, doch wir hören den Erzählungen gespannt zu und haben noch ein paar Fragen an den Regisseur. Letztlich lief alles viel besser, als wir es uns vorgestellt hatten. Unsere Befürchtungen, dass etwa peinliche Momente der Stille während der Diskussion entstehen, sind nicht eingetroffen und wir machten insgesamt einen souveränen Eindruck.

 

Ein Gruppenfoto mit Jérôme Salle beendet dann unsere erste Begegnung dieser Woche. In den nächsten Tagen werden noch viele weitere zustande kommen, auf die wir, nach dieser Erfahrung, nun selbstsicher und selbstbewusst blicken können. Zufrieden mit unserer Arbeit verlassen wir das warme Hotel für die nasse, winterliche Kälte Berlins. Gespannt fiebern wir dem Eröffnungsabend entgegen: wird Jacques, Entdecker der Ozeane unsere eben entstandenen Erwartungen erfüllen?

 

Raphaël Schmeller

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