sff-2016

Die Blogger 2016

Anaïs Lonkeu

lonkeu

Ich bin 20 Jahre alt und nach dem Abschluss der Fachhochschule für Audiovisuelle Medien in Cannes mache ich gerade in Paris meinen Bachelor in Filmwissenschaften. Neben meinem Studium nehme ich dieses Jahr an einem Workshop der Filmhochschule FEMIS zu Chancengleichheit teil, um dort ab 2017 auch studieren zu können. Schon seit meiner Kindheit begeistere ich mich für Filme und in Zukunft möchte ich gerne als Produzentin arbeiten.

2015 hatte ich das Glück, bei den Filmfestspielen in Cannes im Short Film Corner mitzuarbeiten. Auch in diesem Jahr durfte ich in Cannes mithelfen, diesmal bei der Eröffnungsfeier. Dank dieser Erfahrungen konnte ich die Branche, die mich so sehr begeistert, noch besser kennenlernen. Ich habe es sehr wertgeschätzt, von Profis lernen und sich miteinander austauschen zu können.

Meine französischen Lieblingsregisseure sind Jalil Lespert und Christophe Barratier; ich finde, dass beide eine für sich einzigartige Ästhetik und Herangehensweise an ihre Filme haben. Genrefilme mag ich besonders gerne, was beide von Ihnen wirklich gut beherrschen. Sie versuchen nicht, andere Filme zu imitieren, sondern kreieren in ihren Filmen ein ganz eigenes Universum, das in gewisser Weise auch Frankreich widerspiegelt.

Da ich die ersten 17 Jahre meines Lebens in Straßburg direkt an der Grenze zu Deutschland verbracht habe, freue ich mich sehr, an einem Festival teilzunehmen, das französische Filmemacher mit dem deutschen Publikum bekannt macht. Ich bin schon gespannt, was diese Woche für uns bereithält!

Anastasia Bauer

bauer

Ich bin 23 Jahre alt, filmbegeistert und ziemlich frankophil. Deshalb bin ich nach dem Abitur auch direkt als Au-pair nach Frankreich gegangen und habe so die französische Kultur kennen und lieben gelernt.

Anschließend habe ich mich für den deutsch-französischen Studiengang Internationale und Europäische Governance entschieden, um mich unter anderem aktiv für den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern einzusetzen. Seit drei Jahren studiere ich nun im jährlichen Wechsel an der Universität in Münster und am Institut d’Etudes Politiques (IEP) Lille in Frankreich mit dem Schwerpunkt Management des Institutions Culturelles.

Während meines Praktikums am Goethe-Institut in Lille konnte ich mich intensiv mit deutschen Filmen auseinandersetzen. Das Filmarchiv des Goethe-Instituts umfasst nämlich ca. 600 bedeutende Werke des deutschen Films.

Sowohl deutsche als auch französische Filme begeistern mich besonders, wenn sie mich langfristig zum Nachdenken anregen. Dies gelingt häufig durch ein gesellschaftskritisches Statement, starke Emotionen, eine experimentelle Erzählweise oder schlicht und einfach durch einen erkennbaren, eigenen Stil des Regisseurs. Filme von François Truffaut, Tom Tykwer, und Xavier Dolan finde ich deshalb besonders inspirierend. Als begeisterte Tänzerin gilt mein Interesse auch Tanzdokumentarfilmen. Pina von Wim Wenders ist für mich ein echtes Meisterwerk, weil es nur so vor Kreativität sprüht.

Ariane Papillon

papillon

Ich bin 22 Jahre alt und begeistere mich seit ungefähr 10 Jahren leidenschaftlich für Film und Kino. Sowohl bei meinem Abitur im literaturwissenschaftlichen Zweig als auch während der classe préparatoire (Vorbereitungsklasse auf eine der französischen Elitehochschulen) legte ich meinen Schwerpunkt auf Kurse zu Film und Kino. Und das hat sich gelohnt, denn ich wurde an der Ecole Normale Supérieure in Lyon für den Studiengang Filmwissenschaft angenommen.

Ich bin vor allem eine Cineastin, die viel Spaß an Filmanalyse sowie an Geschichte und Ästhetik des Kinos hat. Aber ich habe auch die Arbeit hinter der Kamera für mich entdeckt: Bereits zwei Dokumentarfilme und zwei fiktionale Kurzfilme habe ich gedreht.

Am meisten zeigt sich meine Erfahrung jedoch im Diskurs über Filme: Ich habe eine Radio-Sendung über Filme moderiert, aber vor allem schreibe ich. In meiner Masterarbeit untersuchte ich Filme über die tunesische Revolution 2011 und in Blogs oder Zeitschriften wie Débordements oder Ces films veröffentliche ich regelmäßig Kritiken.

Außerdem bin ich Stammgast auf verschiedenen Filmfestivals, beispielsweise auf dem Festival Premiers Plans in Anger, Travelling in Rennes und auch auf großen, internationalen Festivals wie in Cannes und Carthage.

Seit einigen Jahren interessiere ich mich besonders für arabischsprachige Länder. Nun freue ich mich, Deutschland entdecken zu dürfen, ein europäisches Land mit einer besonderen Verbindung zu meinem Heimatland. Ich kann es kaum erwarten, meine Perspektive auf den französischen Film mit jungen deutschen Filmbegeisterten zu teilen.

Sophie de Frenne

defrenne300x300Ich, Sophie, bin 19 Jahre alt und habe eine große Leidenschaft für Geschichten. Geschichten von anderen Menschen lesen, hören, sehen, Geschichten selber erfinden und schreiben.

Mit zehn Jahren fing ich, begeistert von den zahlreichen Büchern die ich verschlungen hatte, an meine eigenen Geschichten zu schreiben. Viele der Ideen, die ich als Kind hatte bringe ich noch heute in meine Romane und Kurzgeschichten ein. Letztes Jahr habe ich mein erstes Drehbuch geschrieben.

Für mich ist die Geschichte das Wichtigste an einem Film. Sie muss mich berühren. Wirklich gute Filme sind für mich die, die einen beschäftigen, auch wenn man das Kino längst verlassen hat.

Es ist natürlich nicht nur die Geschichte, die einen guten Film ausmacht. Es fasziniert mich, wie viel einzelne Elemente ausmachen können, sei es die bedrohliche Musik an einer sonst harmlos wirkenden Stelle, oder der enttäuschte Blick eines Schauspielers.

Meine Begeisterung dafür selber zu schauspielern, habe ich schon als kleines Kind entdeckt. Mit zehn Jahren entschloss ich mich in eine Theatergruppe zu gehen. Heute spiele ich nach wie vor in einer Schauspielgruppe und könnte mir eben so wenig vorstellen damit aufzuhören, wie mit dem Schreiben.

Wegen meines großen Interesses für Film, habe ich mich dazu entschlossen Film und Fernsehen mit dem Schwerpunkt Konzeption und Regie in Berlin zu studieren. Momentan bin ich im ersten Semester und Träume davon nach dem Studium als Drehbuchautorin, Location Scout oder in einer Castingagentur zu arbeiten.

Darüber, dass ich für Französische Filmwoche Berlin schreiben kann, freue ich mich besonders, da ich französische Filme meist sehr authentisch finde und mich für die Kultur des Landes interessiere.
Um Frankreich besser kennen zu lernen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern, habe ich in der 10. Klasse einen dreimonatigen Austausch nach Compiègne gemacht. Im Rahmen meines Studiums würde ich gerne ein halbes Jahr nach Frankreich gehen, um die französische Kultur und Filmbranche noch besser kennen zu lernen.

Magdalena Beyer

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Ich bin 24 Jahre alt und lebe seit etwa 6 Jahren (mit kleinen Unterbrechungen) in Berlin. Berlin ist meine Kulturoase – neben schicken Bars, Cafés und Geschäften (tolle Buchläden) haben es mir die Museen, Galerien, kleinen Kinos, Theater, Konzerte etc. angetan. Damit beschäftige ich mich dann auch in meiner Freizeit, wenn ich nicht gerade in der Universität Potsdam sitze und an meinem Master in Vergleichender Literatur- und Kunstwissenschaft arbeite. Außerdem verdiene ich meine Brötchen bei einer Onlinezeitung.

Im Sommer 2015 habe ich ein 4-monatiges Praktikum in der deutschen Pressestelle des Kultursenders ARTE in Straßburg absolviert und meine Liebe für das französische Savoir-Vivre ins Unermessliche gesteigert. Außerdem konnte ich meine Französischkenntnisse ein wenig verbessern. Umso mehr freue ich mich mir eine Woche lang französischsprachige Filme zu gönnen.

Quitterie Berchon

berchon

Für Sprachkurse, Reisen oder Schulaustausch in Deutschland war ich viele Male in Deutschland, auch mein Erasmussemester im Studium Management in der Kulturindustrie habe ich an der Fachhochschule Köln absolviert. Da lag der Entschluss nahe, mich für ein deutsch-französisches Kulturprojekt zu engagieren: Ich bin dem Bildungsverein ARIANA beigetreten, der Jugendliche mit Street-Art-Workshops an bürgerliches Engagement heranführt; einen dieser Workshops – MIX’ART France-Allemagne – habe ich in Paris und Berlin mitgestaltet.

Weil ich mir der zahlreichen Herausforderungen des interkulturellen Dialoges und kultureller Vielfalt bewusst bin, habe ich anschließend ein Gap-Year genommen und mich mit dem französischen Kultur-Netzwerk im Ausland vertraut gemacht – zuerst in Berlin, dann beim Institut Français in Phnom Penh (Kambodscha).

Mein Praktikum im Bureau du cinéma et des médias des Institut français Berlin war nicht nur in beruflicher Hinsicht eine sehr bereichernde Erfahrung, sondern auch die Gelegenheit, mehrmals pro Woche (oder sogar pro Tag!) ins Kino zu gehen: eine Gewohnheit, die ich seitdem nicht mehr abgelegt habe. Hier erfuhr ich, wie französische Filme im Ausland wahrgenommen werden. Andererseits setzte ich mich auch mit dem deutschen Kino auseinander, konnte Klassiker (wieder-)entdecken und lernte, wie deutsch-französische Kooperationen im audiovisuellen Bereich funktionieren.

Raphaël Schmeller

schmeller

Ich bin 22 Jahre alt und Student des deutsch-französischen Studiengangs Politikwissenschaften an der KU Eichstätt-Ingolstadt und dem IEP de Rennes in Frankreich. Da ich mich leidenschaftlich mit der politischen und kulturellen Aktualität auseinandersetze, möchte ich nach meinem Studium im Journalismus tätig sein. Während einem Praktikum bei der französischen Zeitung Aujourdhui la Turquie in Istanbul, im Frühjahr dieses Jahres, konnte ich erste Erfahrungen im Journalismus sammeln. Außerdem schreibe ich regelmäßig Artikel zum aktuellen Weltgeschehen auf dem Blog meinungsmache.org, den ich vor einigen Monaten mit einem Kommilitonen gegründet habe.

Als deutsch-franzose bin ich zweisprachig aufgewachsen und habe auch beide Kulturen kennengelernt. Meine Kindheit habe ich in Frankreich und meine Jugend in Deutschland verbracht, wo ich auch mein Abitur gemacht habe. Mit meinem deutsch-französischen Studium setze ich nun meinen Weg im deutsch-französischen Kontext fort.

Louis de Funès und seine komischen Grimassen sind Teil meiner Kindheit und haben mich sehr geprägt. Meine heutige Leidenschaft für das Kino entspringt seiner Fähigkeit, gesellschaftliche Themen verständlich und zugänglich zu machen. Filme wie I, Daniel Blake von Ken Loach geben den Menschen ohne Stimme ein Sprachrohr und berühren durch ihre Einfachheit. Mir gefällt ebenfalls das Kino, welches durch Selbstironie und Absurdität gekennzeichnet ist. Die Coen Brüder sowie Quentin Tarantino sind somit Teil meiner Lieblingsregisseure.

Für mich besteht die Stärke des französischen Kinos in seiner Vielfallt. Es ist sowohl für seine Komödien, als auch für seine Stars wie Marion Cotillard und Jean Dujardin oder auch seinen experimentellen Filmen, wie die von Gaspar Noé, bekannt.

Victoire Evrard

evrard

Ich hab mir zwei Ziele fürs Leben gesetzt.

Das erste ist Reisen. Ich glaube, so kommt man mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, schnuppert neue Gerüche, bewundert fremde Landschaften, versteht andere Sichtweisen, entdeckt verschiedene Lebensweisen, erweitert seinen Horizont… und lernt schließlich auch sich selbst besser kennen.

„Heute findet sich die Menschheit mit der Monokultur ab. Sie schickt sich an, die Zivilisation in Massen zu produzieren wie Zuckerrüben, und bald werden diese auch ihre einzige Nahrung sein“, schreibt Claude Lévis-Strauss in seinen Traurigen Tropen.

Also habe ich beschlossen, die Zuckerrübe zu hinterfragen und zu reisen, um die anderen Gemüsesorten nicht zu vergessen: Den Mai verbringe ich in Italien, wo ich Contemporary tanze und im Regen Fahrrad fahre. In England höre ich Pink Floyd und backe essbares Geschirr. Ich betrachte Mohnblumen am Horizont und genieße den Moment. Oder ich lese wieder und wieder Eric-Emmanuel Schmitt und sehe mir Filme von Michel Gondry an.

Mein zweites Ziel ist es, mich für die Entfaltung von Kindern einzusetzen – für die Autoren und Schauspieler der Zukunft. „Alle großen Leute waren mal Kinder, aber nur wenige erinnern sich daran“, sagt der Kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Also ich persönlich liebe es, als Betreuerin mit Kindern zu spielen und möchte nach meinem Soziologiestudium gerne im Bereich Pädagogie forschen und arbeiten, bei der die natürliche Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt steht.

Bis dahin kann ich es kaum erwarten, Deutschland zu entdecken und die Geschichten, die seine Poesie, Literatur und sein Kino zu bieten haben.

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